Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Zweifaches großes Lob

Die Duracher SPD richtete für den SPD-Unterbezirk Allgäu-Bodensee die regionale Veranstaltung zum 150jährigen Bestehen der SPD in Deutschland aus. Festredner war der Vizepräsident des Bayerischen Landtags Franz Maget.

Maget hob hervor, dass die SPD die einzige Partei ist, die auf dieses lange Wirken an der Gestaltung der Gesellschaft in Deutschland stolz zurückblicken kann. Manches Wirken geschah, da Monarchie oder das Naziregime herrschten für viele Mitglieder in der Illegalität und unter Gefahr für Leib und Leben. Grund dafür waren wesentlich, dass die Partei der gesellschaftlichen Entwicklung immer voraus war. Sie suchte über alle Zeiten Zukunftsperspektiven mit der Maßgabe, dass es für alle Menschen insgesamt besser wird. Dafür hatte sie ihre Grundwerte. Ohne SPD gebe es  die gesamte Sozialversicherung und das Frauenwahlrecht nicht.

Mageth betonte, das eine Partei nur so alt wird, wenn sie sich wenige Fehler und Irrtümer erlaubt, da sie sonst das Grundvertrauen der Bürger verliert. Sie muss nicht immer Recht haben. Diskussionen um den zukünftigen Weg und unterschiedliche Meinungen gehören zu einer lebendigen Partei. Die wesentlichen Grundwerte der SPD bis heute sind Demokratie. Die gab es bis Ende des 1. Weltkrieges nicht. Das allgemeine Wahlrecht musste erkämpft werden. Vor fast genau 80 Jahren waren es nur die Abgeordneten der SPD, die gegen das Ermächtigungsgesetz der Nazis mit dem allgemeinen Parteienverbot stimmten. So zeigt sich mit dem Streben nach Freiheit der nächste Grundwert. Diese ist nur im Frieden zu entwickeln und heute zeigt sich wie wichtig die Ostpolitik Willy Brandts war, der vor 40 Jahren als „Verräter“ beschimpft wurde. Um solche Visionen entwickeln zu können bedarf es der Bildung mit gerechten Bildungschancen für alle. So wurde u.a. das Bafög geschaffen. Diese, die Sozialversicherung, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die Schaffung der Betriebsräte, Kündigungsschutzgesetze, Mutterschutz sind Bausteine für die „Soziale Gerechtigkeit“. Heute anscheinend alles selbstverständlich, nur vieles musste über Jahrzehnte erkämpft und muss heute verteidigt werden. Letzter Punkt der Wertevorstellungen ist die Idee einer solidarischen Gesellschaft, in der Gemeinsinn, kein Egoismus, keine Ausgrenzung und kein Rassismus irgendwelcher Art Platz haben. Hier betonte Mageth den Satz in der Bibel „einer trage des andern Last“, der nichts anderes meint.

Wie grundlegend dieses Vordenken ist, zeigt sich an dem Verhalten der Staatsregierung und sie tragenden Parteien, wurden vor Jahren bei Anträgen der SPD Ganztagsschulen oder Kinderkrippen als Teufelszeug, familienschädlich usw. bezeichnet, sind das heute ihre Programmpunkte, abgeschrieben von Anträgen der SPD. Ebenso ging es mit der Energiewende. Die Ablehnung einer verstärkten Förderung von regenerativen Energieformen zu Gunsten der Atomenergie, war schnell vorbei nach dem schlimmen Unfall von Fukushima. Jetzt wurde so getan, als hätte man die Energiewende schon immer gewollt.

Mageth bedankte sich bei allen, die vor Ort und in der Region an diesen Zielen mitgewirkt haben und mitwirken. Das hob in seinem Grußwort auch der Bürgermeister Herbert Seger (CSU) hervor. Er betonte die gute Zusammenarbeit mit den SPD-Gemeinderäten und der SPD vor Ort allgemein. Die gleichen Ziele in der Gemeinde prägen das Miteinander, immer war auf die SPD dabei Verlass. Das Mitarbeiten  aller sei unvergessen. Franz Mageth trug sich anschließend in das Gästebuch der Gemeinde ein. Nachvollziehbar war das Wirken  der SPD auch an einigen Stationen aus der Gemeindegeschichte.

Der Ortsverein Durach mit Franz Maget und den Kandidaten für die Wahlen

Der Ortsverein Durach mit Franz Maget und den Kandidaten für die Wahlen

Kurz stellten sich dann die Bundestagskandidatin Katharina Schrader, die Landtagskandidaten für das Oberallgäu-Lindau Jörg Hilbert und Ilona Deckwerth für den Stimmkreis Kempten-Oberallgäu vor, dazu die Bezirkstagskandidatin Regina Liebhaber. Musikalisch umrahmte die Musikkapelle St. Mang die Veranstaltung.

MdL a.D. Heidi Lück, Landtagskandidaten Ilona Deckwerth und Jörg Hilbert

MdL a.D. Heidi Lück, Landtagskandidaten Ilona Deckwerth und Jörg Hilbert

Zum Abschluss dankte Unterbezirksvorsitzender Markus Kubatschka Heidi Liebherr und dem OV Durach für die Ausrichtung des Festaktes und lud die Gäste noch ein sich zu stärken.

Über die Geschichte der SPD informierte zudem eine Ausstellung in der Aula der Duracher Schule. Abgerundet wurde der Festakt mit einem gemütlichen Beisammensein bei Speisen und Getränken.

Text Lothar Köster, Bilder Heidi Liebherr

Artikel veröffentlicht am: 30. Juli 2013