Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Weshalb die BZ keinen Artikel der Fraktion abdrucken will – und was die LZ damit zu tun hat

Die Fraktion hat für die kommenden BZ unten stehenden Beitrag abgegeben. Heute morgen kam der Anruf von Geschäftsführer Florian Himml, dass der Beitrag so nicht gedruckt wird. Die Begründung:

Angelika Rundel
Die Fraktion hat für die kommenden BZ unten stehenden Beitrag abgegeben. Heute morgen kam der Anruf von Geschäftsführer Florian Himml, dass der Beitrag so nicht gedruckt wird. Die Begründung:
Die Personalentscheidungen von Herrn Augustin hätten in der BZ nichts zu suchen. Dass die Personalentscheidung im unmittelbaren Zusammenhang mit Kritik am Umgang mit Stadträten getroffen wurde, blieb außen vor.
Zensur also nun auf der ganzen Linie! Der Hintergrund: Die Schwäbische Zeitung ist Hauptanteilseigner an der BZ. Da die Spalte “Aus den Fraktionen” sozusagen eine freiwillige Leistung, ein Entgegenkommen der BZ ist, sitzen wir am kürzeren Hebel und haben keine Handhabe, unser Statement so durchzusetzen. Seit 150 Jahren kämpft die SPD für freie Meinungsäußerung und für eine freie Presse. Dafür werden wir nun von der Presse zensiert. Unglaublich, aber wahr. Das muss man kommunizieren!

Hier also unser Beitrag:

Meinungsfreiheit
Unserem Ortsvorsitzenden Winfried Hamann, der seit fast zwei Jahrzehnten maßgeblich den Kulturteil der LZ mit geprägt hat, wurde vom Redaktionsleiter, Herrn Augustin, die freie Mitarbeit mit sofortiger Wirkung aufgekündigt. Unter der Rubrik „Du weißt, dass Du aus Lindau bist“ übte Herr Hamann Kritik an der Frage „wen halten Sie für die größte Fehlbesetzung im Stadtrat“, die in der LZ-Umfrage gestellt wurde. Von solchen Fragestellungen ist in einer Kleinstadt abzusehen, da sonst Menschen öffentlich an den Pranger gestellt werden. Des Weiteren kommentierte er einen Post, weil die großen Zeitungen die 150- Jahrfeier der SPD auf ihren Titelseiten brachten, während die Schwäbische Zeitung erst auf Seite fünf darüber berichtete. Freie Mitarbeiter dürfen offensichtlich nicht kritisieren, sonst werden sie kalt gestellt. Gibt es bei der LZ mittlerweile einen Maulkorberlass? Die LZ, die sich selbst als unabhängige Zeitung für christliche Kultur und Politik bezeichnet, täte gut daran, etwas weniger eigene Politik zu machen, und dafür ihre eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen, indem sie sachliche Kritik von unabhängigen Bürgern zulässt.
Angelika Rundel, Dr. Uwe Birk, Katrin Dorfmüller, Uli Gebhard

Artikel veröffentlicht am: 30. Mai 2013