Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Vorschlag: Prix Wasserfrau an Karl Schweizer

Gerne greift der SPD Ortsverein Lindau den Vorschlag von Willi Bernhard im „Roten Seehas" auf, dem SPD-Ortsverein Lindau den Prix Wasserfrau 2011 für das Buch „Lindauer Frauengeschichte(n)"zu verleihen.

Das Buch mit seinen 230 Seiten ist ein äußerst wertvoller Beitrag zur Lindauer Sozial- und Kulturgeschichte, in der Frauen einen ganz besonderen, wenig beachteten Beitrag geleistet haben. Es enthält u.a. die Kurzbiografien von drei Lindauer Sozialdemokratinnen.

Nun hat der SPD-Ortsverein nur herzlich wenig mit dem Buch zu tun. Der Preis sollte deshalb an den Autor und Herausgeber gehen, der es auch mit 17000 € finanziert hat. Es ist der in Lindau geborene Karl Schweizer, Lehrer in Friedrichshafen. Er ist hier als der Autor bekannt, der sich mit seiner Forschung und seinen Veröffentlichungen zur Geschichte Lindaus im 20. Jahrhundert einen Namen und bei manchen Lindauern, die unsere jüngste Geschichte lieber verdrängen wollen, keine Freunde gemacht hat. Er ist nicht Mitglied der SPD, was ja keinen Hinderungsgrund darstellt. Aber er ist ein Mann.

Nun weiß ich nicht, was in der Satzung des Prix Wasserfrau steht. Ich weiß nur, dass auch wir, d.h. der SPD-Kreisverband Lindau, einmal von unseren Grundsätzen bezüglich der Verleihung des Sozialistenhuts abgewichen sind. Vor vielen Jahren wollten wir ihn Regine Hildebrand überreichen. Sie hat abgesagt und dabei nicht terminliche oder gesundheitliche Gründe angegeben, sondern ihre aus DDR-Zeiten stammende Abneigung gegen den Begriff „Sozialisten”.

Wir haben absichtlich nie jemanden den Sozialistenhut verliehen, der uns einmal abgesagt hatte. Deshalb hat Oskar Lafontaine ihn nie bekommen. Aber Regine haben wir den historischen Zusammenhang nochmal erklärt. Sie kam doch – und es wurde eine wundervolle Veranstaltung.

Hermann Dorfmüller

Artikel veröffentlicht am: 31. März 2011