Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Streit und Stillstand in allen Lebenslagen

Auch da, wo vermeintlich Ergebnisse erzielt werden, im Hafenstreit mit Konstanz zum Beispiel oder mit der RBA über den Stadtbus, sind keine Verbesserungen erkennbar oder wir verlieren den Rechtsstreit.

Wir in Lindau streiten mit allen und über alles, ob mit der Bahn über den Inselbahnhof, die Schranken, die Trassengestaltung, die Bürger untereinander über Brücke oder Unterführung, die Inselhalle oder die Feuerwehr, die Tempo-30-Zonen und die Baugestaltungssatzung, die AKL und die Stadtverwaltung gegen die Bürger über die Parkplätze, mit dem Landesdenkmalamt über den Lieben Augustin, mit den Eigentümern über das Bahlsen-Gelände, zuletzt zwischen Stadtrat und Inselläden über H&M und vielen Anderen über vieles Andere – seit Jahren und ohne Ergebnis.

Aber auch da, wo vermeintlich Ergebnisse erzielt werden, im Hafenstreit mit Konstanz zum Beispiel oder mit der RBA über den Stadtbus, sind keine Verbesserungen erkennbar oder wir verlieren den Rechtsstreit.

Wir isolieren uns gegenüber den anderen Messe- und Tagungsveranstaltern um den See, wissen nicht, wie es mit ProLindau weitergehen soll und geraten gegenüber Städten wie Bregenz, Friedrichshafen, Überlingen und andere immer weiter ins Hintertreffen.

Die Oberbürgermeisterin hat keine glückliche Hand und jetzt wackelt auch noch ihre 16:15 Dauermehrheit im Stadtrat – das lässt einen weiteren Stillstand bis zur OB-Wahl im kommenden Frühjahr befürchten.

Wir haben hier im Dreiländereck, mit der Insel am See, dem herrlichen Hinterland und mit den nahen Bergen ein Kleinod von Weltgeltung mit riesigem ökologischem und ökonomischem Potential. Leider nutzen wir das nicht. Wir sind stehen geblieben – vor vielen Jahren bereits.

Liebe Oberbürgermeisterin, lieber Stadtrat, bitte erfüllen Sie Ihre Aufgaben und bringen Sie die Themen erfolgreich zur Umsetzung – sorgen Sie für eine zukunftweisende Entwicklung dieser Stadt. Liebe Bürger und Geschäftsleute, bitte akzeptieren Sie auch einmal eine Lösung, die nur achtzig Prozent der Probleme löst und möglicherweise anderen mehr Vorteile bringt als Ihnen. Liebe Verwaltung, bitte sitzen Sie nicht alle Themen in der Erwartung eines OB-Wechsels einfach aus.

Alle, denen diese Stadt am Herzen liegt, werden es danken.

Thomas Zipse

Artikel veröffentlicht am: 3. April 2011