Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Pressemitteilung der Lokalen Agenda “Arbeitskreis Verkehr”

Der Arbeitskreis hält den Vorschlag einer Unterführung am Berliner Platz weder für sinnvoll noch für finanzierbar und ist der Meinung, dass Verkehrsprobleme Lindaus nicht gelöst werden können, wenn man hauptsächlich dem Autoverkehr Beachtung schenkt.

Pressemitteilung der Lokalen Agenda –Arbeitskreis Verkehr
zum Problem der Verkehrsplanungen, bedingt durch den Bau des Reutiner Bahnhofs
20.April 2013
JA zum 2-Bahnhofskonzept 
NEIN zu einer autogerechten Stadt Lindau
Der Arbeitskreis Verkehr der Lokalen Agenda der Stadt Lindau diskutierte auf seiner letzten Sitzung ausführlich über die im Stadtentwicklungsausschuss am 11.04.2013 vorgestellten Ergebnisse zum Thema freiwerdende Bahnflächen in Reutin und auf der Hinteren Insel sowie die damit im Zusammenhang stehenden Verkehrsplanungen.
Der Arbeitskreis hält den Vorschlag einer Unterführung am Berliner Platz weder für sinnvoll noch für finanzierbar und ist der Meinung, dass Verkehrsprobleme Lindaus nicht gelöst werden können, wenn man hauptsächlich dem Autoverkehr Beachtung schenkt. Der Vorschlag eines sog. Fly under basiert auf der überholten Vorstellung einer autogerechten Stadt, die aber alle anderen städtebaulichen Belange vollkommen ignoriert.
Staus am Berliner Platz sind nicht die Regel. Sie resultieren aus verschiedenen Faktoren, wie der zeitweiligen Sperrung der A96 bei Unfällen, Ferienzeiten, Ampelanlagen und Bahnübergänge an der Bregenzer Straße und am Langenweg sowie der Ein- und Ausfahrt zum Lindau-Park. Mit kleineren Maßnahmen, wie im Ausschuss diskutiert (z.B. Verlegung Ein- und Ausfahrt zum Lindau-Park in die Kemptener Straße) kann eine Verbesserung erreicht werden..
Der Arbeitskreis Verkehr spricht sich außerdem dagegen aus, dass die südlich des neuen Bahnhofes Reutin geplante Wohnbebauung über die Ladestraße erschlossen werden und zudem in diesem Bereich ein neues Parkhaus gebaut werden soll. Damit würde die Verkehrsbelastung unmittelbar am Seeufer zu- anstatt abnehmen und zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen des Naturschutzgebietes, des FFH-Schutzgebietes und des Vogelschutzgebietes führen.
Um die Verkehrsprobleme mittel- und langfristig in den Griff zu bekommen, sollte die Stadt stattdessen auf der Basis des 2-Bahnhofs-Konzeptes zukünftig verstärkt auf Konzepte mit verkehrsentlastenden Maßnahmen setzen und diesbezügliche laufende Planungen forcieren. Das sind:
– Förderung des Projekts Bodensee-S-Bahn.
– Einrichtung von zusätzlichen Bahn-Haltepunkten im gesamten Stadtgebiet.
Beitritt der Stadt Lindau zur „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen“ (AGFK) mit der Zielsetzung, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs zu reduzieren zugunsten ÖPNV und Radverkehr.
Ständige Weiterentwicklung des Stadtbussystems (z.B. Einführung Viertelstundentakt).
Ausbau des Radwegenetzes und Förderung des Radverkehrs.
Tourismuswerbung zur Anreise nach Lindau mit der Bahn.
Einstellung von Haushaltsmitteln für die Entwicklung eines integrierten und vernetzten Verkehrskonzeptes.
Damit eine echte Bürgerbeteiligung möglich wird, fordern wir eine schnelle Veröffentlichung der im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellten Pläne sowie die Einbeziehung des Stadtrates und von Initiativen / Verbänden bei der weiteren Planung.
Erich Grötsch-Stöhr und Dietmar Stoller (für den Arbeitskreis Verkehr der Lokalen Agenda)

Artikel veröffentlicht am: 29. April 2013