Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Den Wählern einen neuen Floh ins Ohr gesetzt

Da reibt man sich als Lindauer die Augen: Sieh mal an, was alles geht!

Da reibt man sich als Lindauer die Augen: Sieh mal an, was alles geht!

Unsere Oberbürgermeisterin sagt, die Schienen sollen in Aeschach tiefer liegen – bis zu zwei Meter. So können die hohen Lärmschutzmauern quer durch Aeschach vermieden werden. So was hatte bisher ihre Verwaltung – und nicht nur die DB AG – als unmöglich dargestellt. Einmal wegen der für die Bahn viel zu steilen Gefälle, die dabei entstünden, zum anderen weil dies von der DB AG wegen der Kosten vehement abgelehnt wird.

Ist das jetzt alles der Schnee von gestern und zeigt die Stadt jetzt endlich der Bahn die Zähne oder hat unsere Oberbürgermeisterin ganz alleine den Wählern nur wieder einen Floh ins Ohr gesetzt, wie bisher gemeinsam mit CSU und Freien Bürgern beim Insel-Parkhochhaus, Kongresszentrum auf der Hinteren Insel, „Bäderparadies” und Feuerwehr- Großwache?

Damit es zügig weitergehen kann, soll es aber bei der Unterführung wie geplant bleiben, denn bis dahin sollen die Gleise ja wieder oben sein! Dabei gibt es nur eine Möglichkeit, auf eine Mammut-Trennmauer quer durch Aeschach zu verzichten: Der Bahnhof bleibt auf der Insel. Dann fahren eben nur so viele Züge nach Reutin wie jetzt auch. Mit der vorgeschlagenen Tieferlegung aber wird die Inselanbindung der Bahn leichtsinnig aufs Spiel gesetzt.

Bleibt nur zu hoffen, dass Lindau die nächsten Jahre trotzdem nicht über seinen neuesten Plänen, Untersuchungen, Wettbewerben, Investorensuchen und teuren Gutachten wieder in einen Dornröschenschlaf verfällt!

Hermann Dorfmüller

Artikel veröffentlicht am: 15. März 2011