Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Christian Ude am Neujahrempfang der SPD Allgäu- Bodensee

Rund 400 Zuhörer lauschten am letzten Samstag dem SPD-Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt, Christian Ude im Haus Oberallgäu in Sonthofen. Beim Neujahrsempfang der Oberallgäuer SPD machte der Kandidat deutlich, was sich im September in der Landespolitik ändern wird, wenn der Wähler der schwarz-gelben Regierung die rote Karte zeigt.
Die Bühne gehörte erst einmal dem SPD-Landtagsabgeordneten Paul Wengert als Moderator. Er stellte in einer Fragerunde die Kandidaten für Bundestag, Landtag und Bezirkstag vor. Er erhoffte sich Verstärkung im Landtag durch Jörg Hilbert (Oberallgäu) und Illona Deckwerth (Ostallgäu). Auch, wenn er dann auf dem Grünten stehend mit Blick von Lindau bis Murnau nicht mehr sagen könne: “Alles meins!”. Regina Liebhaber aus Kempten stellte sich als Bezirkstagskandidatin von und für den Bundestag stellte Paul Wengert die junge Mutter Katharina Schrader vor.

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(V.li.n.re.): Paul Wengert, Jörg Hilbert, Katharina Schrader, Illona Deckwerth und Regina Liebhaber

Christian Ude bat am Anfang seiner mit Spannung erwarteten Rede um die Mithilfe dieser Kandidaten und aller Genossinnen und Genossen im Oberallgäu die Wende bei der Landtagswahl im September zu gewinnen. Er stellte fest, dass es ihm klar sei, nicht in einer SPD-dominierten Region Bayerns zu sein. Aber mit Blick auf den Faschingsauftakt, den er am Vortag in Memmingen erleben durfte, gestand er den Allgäuern zu, in Sachen Humor und Fasching der Landeshauptstadt einiges voraus zu haben. “Bei uns verkleiden sich die Leute erst beim Oktoberfest.” Nach diesem Ausflug in die närrische Jahreszeit widmete er sich der Landespolitik.
Er bat alle Bürger, einmal die eigenen Interessen bei der kommenden Landtagswahl in den Vordergrund zu stellen. “Wählen Sie nicht die CSU, weil man das schon immer so gemacht hat. Schauen Sie sich an, was die CSU verspricht und machen Sie sich klar, was die Opposition anders machen will. Und überlegen Sie dann einfach, was Ihnen persönlich mehr bringt.”
Ude stellte fest, dass die SPD in den Großstadtregionen in allen Belangen die Nase vorne hat: “Uli Maly bestimmt in Nürnberg und ich in München. Hier hat die CSU die Verbindung zu den Bürgern längest verloren”. Und selbst in den ländlichen Regionen sei es nicht mehr selbstverständlich, dass das Kreuz bei der CSU gemacht wird. Das Schulsterben würde in den Dörfern und Gemeinden von der CSU nicht konsequent verhindert. Der Verlust der Schule sei ein Verlust von Qualität und Identität.

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“Die SPD hingegen möchte die Gemeinschaftsschule überall da, wo die Bürger sie auch wollen. Das wirkt dem Schulsterben entgegen. Wir wollen die flächendeckende Ganztagsschule und legen Wert auf ausgewogenen Unterricht und Betreuung. Außerdem sind wir der Meinung, dass unsere Kinder wählen können sollen, ob sie das achtjährige Turbo-Gymnasium durchlaufen oder sich doch lieber neun Jahre Zeit lassen wollen.”
Die CSU hielt viel zu lange an den Studiengebühren fest, stellte Ude fest. Jetzt, wo die Opposition das Volksbegehren auf den Weg gebracht hat, bröckelt auch diese Front in der CSU. Christian Ude warb dafür, das derzeit laufende Volksbegehren zu unterzeichnen: “Wir brauchen jede Unterschrift!” Ude machte deutlich, dass es nicht darum gingen, dass “die Krankenschwester das Studium des Arztes finanziert”. Es ginge darum, dass jeder Jugendliche, der das Zeug dazu hat, auch studieren kann und nicht der Geldbeutel der Eltern den Ausbildungsweg vorzeichnet.
Der SPD-Kandidat versprach darüber hinaus, sich als Ministerpräsident dafür stark zu machen, dass auch die berufliche Weiterbildung, wie beispielsweise die Meisterkurse nicht mehr mit horrenden Kosten verbunden sein sollen.

Artikel: Peter Elgaß
Artikel veröffentlicht am: 21. Januar 2013