Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Bayrische SPD fordert Gesamtkonzept für umfassenden Hochwasserschutz

Die SPD-Landtagsfraktion fordert in einem aktuellen Dringlichkeitsantrag neben umfassenden Hilfen für die Opfer des Jahrhunderthochwassers langfristige Maßnahmen gegen Hochwasser und für den Klimaschutz. LEsen Sie einen Gastbeitrag unseres Landtagsabgeordneten Paul Wengert

In der Vergangenheit ist der Hochwasserschutz zu oft aufgeschoben worden: An der Donau hat zweifellos die Debatte um die Ausbauvarianten die Maßnahmen für den Hochwasserschutz verzögert. Es gab schwerste Schäden, die teilweise nicht reparabel sind und mancher Schaden wäre nicht entstanden, wenn die Staatsregierung rechtzeitig gehandelt hätte. Ich bin beeindruckt, wie die Rettungs- und Hilfsorganisationen und die Kommunen mit den Menschen vor Ort Hand in Hand gearbeitet haben, um diese Katastrophe zu bewältigen. Wir werden darauf achten, dass die weitere Hilfe schnell und unbürokratisch geleistet wird. Im Einzelnen fordert die SPD:

  • Beschleunigte Gewinnung von Bundes- und Europamitteln zur Errichtung von Hochwasserschutzmaßnahmen
  • Ein Gesamtkonzept Bayern für die erforderlichen Hochwasserschutzmaßnahmen einschließlich Finanzierungskonzept
  • Verstärkte Maßnahmen zur Entsiegelung von Flächen
  • Unterbinden von Grünlandumbruch in Überschwemmungsgebieten sowie Wieder-begrünung
  • Stärkere Förderung der natürlichen Gewässerentwicklung, z.B. Flussrückbau und Auenvernetzung
  • Verbesserte Unterstützung und Förderung für kleine und finanzschwache Kommunen, die einen Hochwasserschutz einrichten und unterhalten müssen (Absenkung des Finanzierungsanteils finanzschwacher Gemeinden von derzeit etwa 50 Prozent auf bis zu zehn Prozent)
  • Prüfung der Einführung von Elementar-schadensversicherungen
  • Umsetzung alternativer Hochwasser-schutzkonzepte und Schaffung von Flutpoldern zur Sicherung von Retentions-räumen, welche in die landwirtschaftliche Nutzung integriert werden, sowie Entschädigungszahlungen an Grundstücks-eigner bzw. Landwirte im Konsens etablieren mit dem Ziel, die Verfahren einvernehmlich zu beschleunigen
  • Überprüfung der HQ-100 Standards in Hinblick auf die steigenden Pegelstände bei Hochwasser
  • Umfassende Genehmigungs- und Prüfpflicht für alle Gefahrgutanlagen in Über-schwemmungsgebieten
  • Ausreichend Personal in den Wasserwirtschaftsämtern für die Aufgaben den Hochwasserschutzes
  • Energische Schritte zur Förderung des Klimaschutzes in Bayern
Artikel veröffentlicht am: 3. Juli 2013