Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Armin Ländle kritisiert Informationspolitik des Landratsamtes bei TBC-Befall

SPD-Kreisrat Armin Ländle sieht die Informationspolitik des Landratsamtes Oberallgäu beim TBC-Befall vom Wild und Nutzvieh kritisch. In einer Erklärung kritisiert er, dass die derzeit laufenden Reihenuntersuchungen in den landwirtschaftlichen Betrieben im Oberallgäu nicht ausreichend seien. Armin Ländle versteht die Verunsicherung der Menschen, die sich nicht ausreichend informiert fühlen.

Erst als es nicht mehr unter dem Deckel gehalten werden konnte, weil es schon die „Spatzen  von den Dächern pfiffen“, wurde über das Problem „TBC-Infektion bei Wild und Vieh im Oberallgäu“ in der Allgäuer Zeitung berichtet. Obwohl Hysterie dieser Problemlage nicht dienlich ist, ist eine derart späte und zurückhaltende Öffentlichkeitsarbeit wenig hilfreich, das Vertrauen in die zuständigen Stellen zu stärken.

Die Infektionswege sind bis heute noch nicht geklärt, obwohl TBC-Infektion tödlich enden und bei Infizierten jederzeit ausbrechen und weitere Ansteckung auslösen kann.

Es muss im Interesse der betroffenen Alp- und Landwirtschaft, sowie der Jagdwirtschaft sein, dieses Problem möglichst rasch und effektiv in den Griff zu bekommen. Neben den immensen wirtschaftlichen Schäden, die diese Infektionskrankheit vor allem der  Alp- und Landwirtschaft im Alpenraum und auch der gesamten Volkswirtschaft verursacht, muss insbesondere das Übergreifen auf Menschen verhindert werden.

Rechtzeitige Informationen, Aufklärung über die Gefahren der Ansteckung durch TBC und  geeignete Gegenmaßnahmen sind notwendig. Allein Reihenuntersuchungen, die sich über drei Jahre hinziehen, werden das Vertrauen der Verbraucher und Abnehmer von tierischen Produkten aus  Jagd- und Landwirtschaft unserer Region nicht so schnell zurückbringen. Auch niedrige Infektionsraten der untersuchten landwirtschaftlichen Betriebe und der erlegten Wildtiere tragen nicht dazu bei, dass die Menschen sich vor einer Ansteckung sicher fühlen.

Reihenuntersuchungen bei Menschen, wie in früheren Zeiten, gibt es inzwischen nicht mehr, da diese Krankheit als „besiegt“ angesehen wurde. Diese Annahme war anscheinend verfrüht.

Armin Ländle, SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag

Artikel veröffentlicht am: 31. Januar 2013