Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Antrag der Fraktion

Förderangebote für Kinder und Jugendliche analog dem Mannheimer Modell „MAUS“

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Meier to Bernd-Seidl,

im Namen der SPD-Fraktion stelle ich folgenden Antrag:

Die Verwaltung möge prüfen, ob in Lindau ein ähnliches Modell wie das Mannheimer „MAUS”- Modell für förderbedürftige Kinder und Jugendliche umgesetzt werden kann und welche finanziellen Auswirkungen dieses hätte.

Begründung:
In Mannheim wurde 2008 ein Pilotprojekt implementiert, das sich „Mannheimer Unterstützungssystem Schule” (MAUS) nennt: An Pilotschulen erhalten ausgewählte Schüler maßgeschneiderte Unterstützungsangebote, bei Bedarf auch an den Wochenenden und in den Ferien. Neben Deutsch, Mathe und Englisch gbit es Theaterworkshops oder Selbstbehauptungstrainings, aber auch Yoga oder Kochkurse. Angeboten werden die kostenlosen Förderaktivitäten von der Abendakademie (VHS), der Stadtbibliothek und der Musikschule Mannheim. Maßgeblich ist für die Stadt Mannheim, dass diese Art der kommunalen Unterstützung messbar den Bildungserfolg des Einzelnen unterstützt.
Das Augenmerk richtet sich auf bessere Grundschulübergänge, reduzierte Anzahl von Klassenwiederholungen und einen erfolgreichen Schulabschluss.
Dieses freiwillige und kostenlose Bildungsangebot auf kommunaler Ebene, stärkt förderbedürftige, leistungsschwächere Kinder und Jugendliche, insbesondere aus sozial benachteiligten Familien. Es findet zwar außerhalb des Unterrichts, aber in enger Zusammenarbeit mit den Schulen statt.
Das Projekt wurde nun nach zwei Jahren evaluiert und findet inzwischen überregionale Nachahmung und bundesweite Beachtung als gelungenes Beispiel für kommunale Bildungspolitik.

Beim Bildungsforum am 18.01.2011 wurde uns aufgezeigt, wie wichtig vielfältige Lernangebote für Kinder sind und wie die Rahmenbedingungen hierfür aussehen müssen. Mit der Entscheidung, die Grund- und Mittelschule Lindau zu sanieren und sich dabei von Karin Doberer vom Büro LernLandSchaft konzeptionell begleiten zu lassen, tut die Stadt einen wichtigen Schritt in Richtung bessere Lern- und Förderbedingungen für Kinder.
Mit einem Lindauer Modell zur Förderung von leistungsschwächeren Kindern und Jugendlichen ähnlich dem Mannheimer Modell, würde die Stadt in erheblichem Umfang bildungspolitisch aktiv, würde den Schulstandort Lindau weiter stärken und einer Abwanderung von Schülerinnen und Schüler in Nachbar-Landkreise oder nach Vorarlberg tatkräftig begegnen.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Rundel

Artikel veröffentlicht am: 15. Februar 2011