Lindau
"Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf"
Willy Brandt

Allgäuer SPD diskutiert über Sicherheit im Internet

Ludwig Faber, der Allgäuer SPD-Kandidat zum europäischen Parlament konnte als Moderator der Podiumsdiskussion Sicherheit im Netz mit der Dipl. Informatikerin Doris Aschenbrenner von der UNI Würzburg und dem Unternehmensberater Karlheinz Meinecke ( er berät alle 30 DAX-Firmen über Sicherheit im Netz) aus Neu-Ulm zwei hochkompetente Fachleute am Podium begrüssen. Gleich die erste Frage behandelte den vor kurzem stattgefundenen Diebstahl von 18 Mio. Internetadressen durch offensichtlich kriminelle Elemente.

Beide Fachleute waren sich darüber einig, dass hier die Provider ihrer Verpflichtung gegenüber den Kunden nicht ausreichend nachgekommen sind, und hier die Politik noch stärker als bisher die Anbieter in die Pflicht nehmen muss ihre Kunden zu schützen. Die Kunden selbst können hier nur insoweit tätig werden, dass sie regelmäsig ihre Passworte ändern, komplizierte Passwörter benutzen und vor allem nicht das gleiche Passwort für unterschiedliche Vertragspartner zu benutzen. Beide waren sich auch darüber einig, dass es eine 100%tige Sicherheit im Netz nicht gibt, gerade deshalb ist es notwendig sich selbst durch komplizierte Passwörter zu schützen.

Eine weitere Frage war das ausspähen der Bürger und Firmen durch Geheimdienste. Da die weltweit größten Netzwerkausrüster aus den USA und China kommen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Firmen sich auch ihren Regierungen gegenüber verpflichtet fühlen oder von diesen in die Pflicht genommen werden ihre Geheimdienste bei der Erfassung von Daten behilflich zu sein. Die USA weigern sich bisher strikt ihre Geheim-dienste an die Kandare zu legen und begründen es damit, dass die Sicher-heit der USA hier absoluten Vorrang habe. Die chinesische Regierung behauptet zwar keine Ausspähungen vorzunehmen, da aber die meissten Hackerangriffe aus China kommen, kann man diese Aussagen nicht ohne weiteres hinnehmen. Durch Industriespionage entsteht jährlich weltweit ein Schaden der mit bis zu 50 Mrd. Euro beziffert wird. Umso wichtiger wäre es ein Non-Spy-Abkommen zunächst vor allem mit den USA durch-zusetzen, hier zeigen aber die Amerikanern den Europäern bisher die kalte Schulter. Das derzeitig diskutierte Freihandelsabkommen wäre ein guter Ansatz gewesen ein Non-Spy-Abkommen durchzusetzen, hier war aber auch unsere Bundesregierung nicht bereit klare Kante zu zeigen.

Auf die Frage ob die auch von der deutschen Telecom ins Spiel gebrachte Variante eines deutschen oder europäischen Surfers zielführend sein könnte wurden von beiden Experten negativ gesehen, das www (world-wide-web) agiere nun einmal weltweit und je nach vorhandener Kapazität und Kostengründen werden die Daten einmal in den USA im nächsten Moment in Indien oder in der Türkei gelagert.

Die Frage ob es heute auch für Privatleute die Möglichkeit gibt ihren e-mail Verkehr zu verschlüsseln wurde positiv beantwortet. Es gibt auf dem Markt gute Verschlüsselungsmöglichkeiten. Die funktionieren natürlich nur dann wenn auch mein Partner mit derselben Software arbeitet.

Das Netz vergisst nichts! Diesen Satz sollten sich vor allem Kinder und Jugendliche hinter die Ohren schreiben, denn was innerhalb der „sozialen Netzwerke“ egal ob Facebook, Twitter oder Whats-app alles im Netz kursiert schockiert manche Eltern. Dies ist aber weniger eine Frage der Internetsicherheit sondern eine Frage der Erziehung und Aufklärung. Deshalb gibt es zum Beispiel über den Chaos-Computer-Club ein Pro-gramm „Chaos an der Schule“ in dem Kinder und Jugendliche geschult werden welche Folgen der bedenkenlose Umgang mit den neuen Medien haben kann.

Wie hoch das Thema Internetsicherheit innerhalb der SPD gehandelt wird zeigt die Beteiligung aller schwäbischen Kandidaten an dieser Diskussion, so waren neben Ludwig Faber aus Waltenhofen und Karlheinz Meinecke aus Neu-Ulm auf dem Podium auch die Kandidatin aus Augsburg Christine Sturm-Rudat, Armin Bergmann aus Wehringen auch Francesco Abathe aus Memmingen und die Oberbayrische Spitzenkandidatin Maria Noichl mit im Publikum.

von links Christine Stuem-Rudat (Augsburg), Armin Bergman (Augsburg-Land), Doris Aschenbrenner, Ludwig Faber, Maria Noichl (Rosenheim) außer Doris Aschenbrenner sind alles Kandidaten der SPD zum europäischen Parlament.

von links Christine Stuem-Rudat (Augsburg), Armin Bergman (Augsburg-Land), Doris Aschenbrenner, Ludwig Faber, Maria Noichl (Rosenheim) außer Doris Aschenbrenner sind alles Kandidaten der SPD zum europäischen Parlament.

Bericht: Ludwig Faber

Artikel veröffentlicht am: 28. April 2014